Jetzt geht es los!

Las Palmas de Gran Canaria

Die letzten 10 Tage in Las Palmas auf Gran Canaria haben wir in Gesellschaft von 90 Gleichgesinnten verbracht, die alle dem Start des Rallies entgegen fieberten. Atlantic Rally for Cruisers findet seit vielen Jahren statt. Die Teilnehmerzahl liegt inzwischen bei über 300 Booten. Rund 90 fahren die Route über Kapverden. Die anderen 200 starten zwei Wochen später und segeln direkt nach St. Lucia.

Start

Am Sonntag, 10.11. um 13.00 Uhr ging es dann an den Start: Las Palmas nach Mindelo. Die erste Teilstrecke ist netto 870 Seemeilen lang. Mit kreuzen vor dem Wind kommt man aber locker auf rund 1.000 Seemeilen. Die erste von vier Zeitzonen ist dann geschafft. Die Katamarane durften eine viertel Stunde von den Einrumpfbooten starten. Sie fahren ohnehin ein eigenes Rennen. Bei Winden aus achterlicher Richtung sind sie nicht zu schlagen. Die Aufregung vor dem Start war gross. Die meisten Teilnehmer verwirklichen ihren Traum hier zum ersten Mal. Einige sind aber schon 6, 7 Mal über den Atlantik. Die Windprognose war 20 – 30 Knoten Wind aus N/NE, in Böen auch bis 40 Knoten. Entspricht der Windstärke 8 = Stürmischer Wind. Unter normalen Umständen ginge keiner von uns da raus. Diesmal mussten wir aber.

1000 Seemeilen nach Mindelo Kapverden

Eigentlich ging es besser als erwartet. Wir wollten dem Rummel am Start aus dem Weg gehen und sind sehr defensiv gestartet. Danach ging es mit zweifach gerefften Gross und ausgebaumter Fock zügig voran. Nach zwei Tagen lagen wir knapp hinter den Katamaranen, unter den führenden Monohulls…. bis wir dann mal bei 37 Knoten Wind die Fock einrollen wollten. Der Topping Lift des Spi-Baums hat sich gelöst und den Aufrollvorgang blockiert. Bis wir reagieren konnten hat sich das ausgefierte Segel um den am Bugsprit befestigten Spifall gewickelt, sodass kein Aufrollen mehr möglich war. Nachdem wir das Gross geborgen haben, versuchten wir durch Kreisen unter Motor die Fock um den Vorstag zu wickeln. Die 37 Knoten Wind waren dann doch zuviel, sodass die Fock in zwei Teile riss. Um das wild um sich schlagende Segel am Vorstag einzubinden haben wir rund drei Stunden lang auf dem Vordeck schwerst Arbeit verrichtet. Kurz vor der Eindämmerung haben wir es dann doch geschafft das Segel soweit zu klarieren, dass wir weiter segeln konnten. Die restliche Stecke haben wir nur mit dem Gross bestreiten können. Das hat uns einige Plätze im Ranking gekostet.

Den Wind hatten wir gut in Griff. Der Wellengang war aber über die ersten vier Tage zermürbend. Wir konnten uns nur noch auf allen Vier auf dem Schiff bewegen. Kochen war nicht möglich. Selbst das Aufwärmen in der Mikrowelle ging nicht. Nicht nur das Schiff, sondern der ganze Inhalt der Schränke bewegte sich und liess uns die ersten vier Tage nur stundenweise schlafen. Die letzten zwei Tage hatten wir nur noch 15 bis 25 Knoten Wind und einen moderaten Wellengang. So haben wir uns das Passatsegeln vorgestellt!

Mindelo und Kapverden

Nach etwas weniger als sechs Tagen sind wir, mit drei weiteren Schweizer Schiffen, in Mindelo angekommen. Anlegen in der Marina und das Schiff auf Vordermann bringen. Es hat uns ja die Tage so gut gedient. Luca und Matteo haben noch zwei Tage zur Erholung zu Gut und nutzen diese für eine Taxifahrt über die Insel. Zeljko organisiert die Reparaturen und bereitet die Weiterreise vor. Caro und Heinz, unser neues Crewmitglied, frischen unsere Vorräte auf.

Heute um 16.00 Uhr ist das Skippers-Briefing angesagt. Morgen Mittag, 21. November 2019 (Ortszeit = – 2 Stunden zu MEZ) stehen wir am Start unseres grössten Abenteures bisher: Mindelo nach St. Lucia. Cross your fingers!

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