Am Freitag. 18.Oktober 2019 haben wir das Schiff wieder eingewässert. Die Pendenzenliste ist wesentlich kürzer, der Saldo auf dem Bankkonto tiefer. Nun heisst es in der Marina Lagos den Vorrat an Lebensmitteln auffüllen, das Essen für die kommenden Tage vorkochen (Thermomix lässt grüssen) und den richtigen Zeitfenster für die Abreise aussuchen. Das geht mit dem Predict-Wind-Abo und dem Kartenplotter heute ganz einfach:
- Kartenplotter mit WLAN verbinden
- Start und Ziel eingeben
- Limiten bezüglich Windstärke und Wellenhöhe in den Einstellungen definieren
und schon hat man 4 verschiedene (basierend auf 4 Wettermodellen) Routenvorschläge auf dem Plotter. Route auswählen und los geht es!
Die drei Wochen auf dem Trockenen haben den Seebären nicht gut getan. Wir leiden zum ersten Mal unter Seekrankheit. Der erste Tag war ziemlich ungemütlich, am zweiten ging es schon wieder einigermassen. Caro hilft sich mit den „Navycaps“ (Apotheke in Horgen) . Ich nehme C-Vitamin hochdosiert, alle paar Stunden eine bis zwei Tabletten. C-Vitamin hilft Histamin abzubauen und lindert die Symptome. Schlafen oder zumindest mit geschlossenen Augen im Cockpit liegen hilft auch. Ab dritten Tag können wir die Überfahrt in vollen Zügen geniessen.
Wir sind sehr schnell unterwegs. Der frische Unterwasser-Anstrich macht das Schiff deutlich schneller. 9 Knoten Fahrt bei 15 Knoten wind stellen kein Problem dar. Mit etwas Unterstützung von der Welle logen wir locker 12 Knoten, kurz vor dem „Sonnenschuss“ auch 14 Knoten! Ja, auch das musste mal nach 7.000 Seemeilen passieren. Der Wind hat für kurze drei Minuten von 20 auf 30 Knoten aufgefrischt. Das volle Tuch war dann doch etwas zuviel für das Ruder – und schwupps umgehend geht es in die umgekehrte Richtung!
Wir stossen mit dem Schiff in diesen vier Tagen an neue Grenzen. Spüren aber auch die eigenen Grenzen besser. Das Schlafen fehlt mir bei bewegter See aufgrund der Geräuschkulisse etwas schwer. Am besten geht es im Cockpit, wo nur das Meer rauscht. Drinnen bewegt sich der Inhalte in den Schränken mit jeder Schiffsbewegung. Hier werden wir bei der nächsten Pause mit Antirutsch-Matten und Polstermaterial nachbessern müssen. Caro hat das Schlafen besser im Griff.
Wir haben ansonsten keine feste Wacheinteilung. Der jeweils Fittere hält die Wache. Der Andere erholt sich. Nach drei Stunden gibt es wieder Wechsel.
Nach 3.5 Tagen erreichen wir am Mittwoch spät Abends la Graziosa im Norden von Lanzarote. Unser schriftliche Antrag (Naturschutzgebiet) auf eine Ankererlaubnis auf La Graciosa wurde nicht beantwortet. Wir müssen leider weiter. Nur mit zweifach gerefften Grosssegel erreichen wir die Marina Rubicon im Süden von Lanzarote kurz vor 9.00 Uhr und fahren direkt in die gepflegte Marina. 607 Meilen in weniger als 4 Tagen. Wir sind stolz auf die VIVA und die Crew. Ich gönne mir einen ersten Mittagsschlaf von 5 Stunden! Davor aber zuerst einen Glas Wein mit unseren Segelkollegen Claude und Theres aus Meiringen von der „Swiss Lady“. Sie müssen leider schon weiter nach Las Palmas.















Schönen Fahrt. Viel Spass noch auf den Atlantic. Jetzt sind sie beide rodiert…
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das klingt doch hervorragend! Schade haben wir uns in Lagos nicht mehr gesehen, aber ihr (und wir) sind ja noch eine Weile unterwegs….)
Wir wünschen euch weiterhin fair winds and following seas (vor allem nicht zu hohe ;-))
Regula & Thomas
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