Sardinien, Menorca, Mallorca, Ibiza: Wer hat die schönsten Strände?

Diese Frage ist sehr schwer zu beantworten. Was aber sicher ist: Im August ist es wahrscheinlich am schönsten in den Bergen. Die Buchten sind überfüllt, die Tische in den guten Restaurants nur mit zwei Tage Vorlauf zu bekommen und die Ersatzteile sind wegen den Ferien nicht erhältlich. Im August stehen Italien und Spanien still. Und wenn es dann eng wird in den Buchten, lassen die Spanier einen auch deutlich spüren, dass man hier nur ein Gast ist und sich hinten anstellen muss.

Schön war es trotzdem. Die Temperaturen waren an der Küste selten über 30 Grad. Mit einer leichten Brise lässt sich dass gut aushalten. Seit 12. Mai 2019 hatten wir zum ersten Mal wieder einen ersten Regentag hier auf Ibiza.

Als wir von Sizilien über Sardinien auf Menorca ankamen, wurde uns erst bewusst wie weit westlich wir uns schon bewegt haben. Wir sind zwar in der selben Zeitzone, die Sonne geht aber deutlich nach 6.00 Uhr morgens auf. Nur zwei, drei Wochen früher, war bereits um 5.00 Uhr morgens hell. Wir haben inzwischen insgesamt 6.000 Seemeilen im Kielwasser. Davon stammen rund 3.000 aus diesem Jahr.

Sardinien

Wir haben Sardinien nur kurz im Südwesten gestreift und waren begeistert von den schönen Sandstränden. Auch Carloforte auf der Isola di San Pietro hat uns sehr gut gefallen. Hier haben wir unseren Weisswein-Vorrat mit feinem Vermentino aufgefüllt (einem Verwandten der Malvasia aus Istrien).

Menorca

Den ersten Besuch von Menorca haben wir in Mahon in Angriff genommen, welcher in einer tiefen, von allen Seiten geschützten und weit verzweigten Bucht liegt und viele Gebäude in viktorianischem Stil aufweist, die Zeugen der britischen Kolonialzeit sind. Nautisch ist Mahon auch wegen der Rissaga interessant. Rissaga ist ein meteorologischer Tsunami. Es kommt nur ein- bis zweimal im Jahr vor und ist meistens nur schwach ausgeprägt. In einzelnen Fällen jedoch läuft das Hafenbecken innerhalb weniger Sekunden fast völlig leer, das Wasser kehrt dann in einer gewaltigen Welle zurück und verursacht mitunter große Schäden. Als wir da waren, wurde eine Rissaga mit einer Wahrscheinlichkeit von immerhin 40% vorausgesagt.

Mallorca, Ibiza, Formentera

In Mallorca hatten wir Matteo und Riccardo zu besuch. Wir haben zusammen viele schöne Momente erlebt. Leider konnten wir nicht viel segeln, da uns der Wind in Stich gelassen hat. Dafür waren Jungs fleissig am fischen. Caro flog am gleichen Tag wie Matteo nach Zürich und verbrachte eine schöne Woche mit Rösli.

Technik

Ich habe mich in dieser Zeit um das Schiff gekümmert und die in Kroatien nicht erledigten Arbeiten am Rigg vollendet. Ignacio und Tai von Pro-Rigging in Mallorca haben ein tollen Job gemacht. Wir haben nun einen Spinnakerbaum und konnten diesen am letzten Sonntag mit Tai in der Palma-Bucht ausgiebig testen. Das Grosssegel wurde verstärkt und an den Stellen wo es  den Rigg berührt mit „Patches“ verstärkt. Schamfilen ist eines der grössten Probleme bei der Atlantiküberquerung. Nicht nur die Segel, sondern auch die Fallen und Schotten sind davon betroffen und müssen an den kritischen Stellen mit einem Dyneema-Mantel verstärkt werden.

Wir haben nun die grosse Einkaufsliste mit dem Zubehör weitestgehend abgehackt. Caro hat ein neues Fernglas bekommen, sodass sie nun beim „Hafenkino“ in der ersten Reihe sitzt. Das elektrische Velo hat sich doch als ein wenig unhandlich erwiesen. Nun hat auch sie ein Elektro-Trotti von Media Markt in Palma bekommen. Wir haben zudem ein Iridium GO! fest installiert und können jederzeit über die Iridium Satelliten auch mitten im Atlantik Wetterberichte empfangen aber auch mit unseren Lieben zu Hause kommunizieren. Unsere Iridium-Daten: Telefon +881652418920, E-Mail viva.turina@myiridium.net . Ihr könnt uns auf der Internetseite: https://messaging.iridium.com/   kostenlos SMS-Nachrichten an die obige Iridium-Telefonnummer senden.

IMG_7947

Wir erschliessen uns jeden Tag ein weiteres Kapitel aus der Bootstechnik. Es bleibt uns auch nichts anderes übrig als mit Hilfe der Handbücher und Youtube-Videos (ihr könnt Euch nicht vorstellen was alles verfilmt wurde) unsere Technik eingehend kennenzulernen. Die Vorstellung, dass man für jedes technische Thema einen Fachmann kurzfristig findet war die grösste Illusion der wir erlegen sind. Wenn man Zeit hat kann man auch in den Segelforen viel (un-) sinniges finden. Da schreibt jeder was rein, ungeachtet dessen, ob das was er gerade los werden will zum Thema passt oder nicht.  Wir haben noch einen ganzen Monat Zeit, um die letzten Unterhaltsarbeiten in Gran Canaria, vor dem Start des Rallies zu erledigen.

Unser Ziel ist es bis Mitte September das Mittelmeer zu verlassen und bis Mitte Oktober über Madeira den Startpunkt des Atlantic Rally in Las Palmas de Gran Canaria zu erreichen. Der September ist aber für viele Flautentage aber auch die ersten Herbststürme berüchtigt. Drückt uns den Daumen, dass wir gut an den Start kommen.

und noch ein Wetter-Thema (speziell für Werni Felix)

Wenn wir grad beim Wetter sind: Wir haben heute endlich gelernt was CAPE-Werte in der „Predict Wind“-Prognose bedeuten. CAPE steht für Convective Available Potential Energy und zeigt wie stark bei einem Gewitter ein Luftpaket in die Höhe gehoben werden kann. Das ist also ein Mass für die mögliche Gewitterintensität. Bei starken Gewittern beträgt CAPE 2.5 bis 5.0 Kilojoule pro KG. Die Prognose für den heutigen Abend auf Ibiza liegt bei 2.5 KJ. CAPE liefert aber keinerlei Hinweise, ob ein Gewitter in der betroffenen Region tatsächlich ausgelöst wird, sondern zeigt nur die mögliche Intensität des Gewitters und der damit zusammenhängenden Winde.

So, nun weisst Ihr was Rissaga ist und wofür CAPE in der Wetter-Prognose steht. Das ist bestimmt spannender als die Food-Porno-Bilder die nun folgen….

Eine Antwort auf „Sardinien, Menorca, Mallorca, Ibiza: Wer hat die schönsten Strände?

Add yours

  1. Liebe Schofiser – on the sea, es freut uns, vor allem mich, dass Mann und Frau doch noch an diejenige Leute denkt, die (oft) zu Hause sind – und nicht nur immer der Sonne nachfahren resp. -segeln. So ist es doch ein wenig verwunderlich, dass wegen einem (1) Regentag in 4 Monaten, ihr euch doch noch die Mühe macht, dem Landvolk die Gewitter-Ologie näher zu bringen. Ich werte dies als Versuch, den ganz unten wohnenden den oberen Horizont zu erweitern. Also dafür ein grosses Dankeschön – und auch Dank für die tollen Fotos mit Sonne, Sand und fast dem Wichtigsten – den das-Wasser-im-Mund-zusammenlaufenden tollen Gerichten. Buon appetito e tanti salutti da noi.

    Like

Hinterlasse einen Kommentar

Bloggen auf WordPress.com.

Nach oben ↑