Wind und Wetter
Der Herbst naht und die Windstärken lassen nach. Wir geniessen die spätsommerliche Wärme, Luft-Temperatur um 30 und Wassertermperatur von 25 Grad. Leider hat sich der Wind verabschiedet, sodass wir teilweise längere Strecken unter Zuhilfenahme von unserem Volvo Penta bewältigen mussten. Teilweise hatten wir tagelang überhaupt keinen Wind, sodass wir für längere Strecken auch mal einen Nachtschlag machen mussten. Prognostiziert waren 8 bis 10 Knoten Wind. Wir hatten bis 17 Knoten Wind von vorne und konnten in einer Nacht 96 Seemeilen bewältigen.

Neapel
Wir haben fast eine Woche in Neapel verbracht, da Caro nach Zürich musste zum runden Geburtstag von einer guten Freundin. Ich habe die nötigen Wartungsarbeiten am Motor (Ölwechsel) und den Einbau eines Überwachungsgerätes für die Batteriebank in der Zwischenzeit erledigt. Nebst der Arbeiten hatte ich genug Zeit um die schöne Stadt Napoli zu entdecken. Solange man sich an den Hautplätzen bewegt, zeigt sich die Stadt von ihrer besten Seite. Die massive Präsenz der Polizei und des Militärs erinnert die Touristen doch daran, die dunklen Nebenstrassen eher zu meiden. In Neapel kann man tatsächlich die beste Pizza essen, die wir je hatten und sonst die süditalienischen Süssigkeiten (Babas, Sfogliatellen, Aragosten, Crostaten) geniessen, die es fast so gut auch bei Carredda in Zürich gibt. Von der Pizza gibt es auch eine frittierte Variante, die auch ganz lecker ist. Beides hatten wir beim Weltmeister Gino Sorbillo, einem der 21 Sorbillo-Kinder, die alle Pizzaioli geworden sind, genossen. Am Samstag, 15. September durften wir auch Matteo für eine Woche bei uns begrüssen.
Bucht von Neapel und Amalfi-Küste
Da wir vor drei Jahren bereits einmal hier waren, haben wir Matteo nur die wichtigsten Highlights aus dieser Gegend gezeigt. Procida durfte hier nicht fehlen. Ischia haben wir auf dem Weg nach Capri gestreift. Nach einer kurzen Besichtigung von Capri und Anacapri fuhren wir weiter der Amalfiküste entlang, an Positano vorbei, in den Hafen von Amalfi. Zu den Liegeplätzen in den Marinas: Obwohl bereits die Saison vorbei ist, verlangen viele Marinas, drunter auch solche die diesen Namen gar nicht verdienen, schnell mal 150,- € für eine Nacht. Zum Glück gibt es aber auch anständigere drunter, die sich auch mit € 40,- zufrieden geben. Was am meisten irritert, ist das Nichtvorhandensein der genehmigten Preislisten, sodass man nie weiss, ob man nicht doch übers Ohr gehauen wurde. Die omnipresente Guardia di finanza, kümmert sich eher um grosse Fische. Die „Ormeggiatori“ gehören wohl nicht dazu. Wir haben auf jeden Fall gelernt, bereits bei der Buchung den Preis verbindlich zu verhandeln. So gibt es zumindest keine Überraschungen und wenn der Preis einem zu hoch erscheint, dann kann man auch auf den Liegeplatz verzichten, wenn das Wetter dies erlaubt.
Cilento und Basilicata
Cilento ist ein wunderschöner, wenig bekannter Küstenstreifen südlich der Amalfiküste in Richtung Calabrien. Lange, fast menschenleere Sandstrände, kleine Orte im hügeligen Hinterland, wo man scheinbar auch gut wandern kann. Wir haben hier Maratea besucht. Ein kleines Städchen mit angeblich 44 Kirchen und einer übergrossen Statue des Christus des Erlösers (Cristo redentore), die in Anlehnung an Rio de Janeiro auf dem Monte Sant Biagio erbaut wurde und die auch vom Meeresufer gut zu erkennen ist. Von hier aus ging es in einem langen Nachtschlag nach Tropea: Dem ehemaligen wohlhabenden Stadtstaat, der erst in 1806 seinen Sonderstatus und den Glanz verloren hat. Heute lässt sich hier abends in den engen Gassen blendend essen und an den langen Sandstränden tagsüber ausruhen.
Heute, Sonntag morgen, 23.09.2018, haben wir uns in Vibo Marina von Matteo verabschiedet. Er fliegt von Lamezia Terme nach Zürich zurück und wir segeln weiter nach Lipari. Eigentlich wollten wir so schnell wie möglich nach Apulien, um hier Ursina und Roger zu treffen. Am kommenden Dienstag und Mittwoch erwartet man aber im Ionischen Meer das Sturmtief Fabienne mit Windstärken von bis zu 46 Knoten. Daraus wird leider nichts. Wir verkriechen uns in der Marina Lipari und warten bis der Spuck vorbei ist.























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