Von La Spezia nach Ponza

Die ersten Herbst-Vorboten sind da. Das Wetter ändert häufiger und die Herbststürme könnten bald Realität werden. Die letzte Störung kam vom Norden und hat sich im Golf von Genua festgegesetzt. Die Genua-Tiefs sind berüchtigt, weil sie sehr stationär bleiben und lange Zeit Einfluss auf das Wetter nehmen. Wir haben uns knapp dem Einfluss eines solchen Tiefs, mit einem langen Schlag von La Spezia nach Portoferraio (Elba), entzogen. Das war die richtige Entscheidung. Bis auf zwei Regengüsse im Dauer von einer Halben Stunde, war von diesem Genua-Tief nicht zu spüren.
Giglio
Nach einem kurzen Aufenthalt in Porto Azzurro, auf der Südseite der Insel Elba, segelten wir weiter nach Giglio. Giglio ist ein sehr hübscher Fischerhafen auf einer kleinen Insel im toskanischem Archipelag. Leider wird man hier aber der Gedanken an den Costa Concordia-Unglück nicht los. Eine Gedenktafel im Hafen erinnert an diese verhängnisvolle Nacht vom 13. Januar 2012. Das Ergebnis ist bekannt: 32 Todesopfer, Herstell- und Berge- und Verschrottungskosten von über 1 Mrd. €. Das Wrack lag 18 Monate vor dem Hafen, bevor es zur Verschrottung nach Genua geschleppt wurde. Was für einen traurigen Anblick mussten die Einwohner dieses Dorfes solange ertragen!
Ponza
Die Zwischenstationen Civitavecchia und Fiumicino sind nicht wirklich der Reise wert. Mit zwei grossen Marinas bieten sie eine ruhige Übernachtungsmöglichkeit vor dem Schlag nach Ponza. Ponza gehört mit Ventotene, Zannona, Palmarola und Santo Stefano zu den Pontinischen Inseln. Lediglich Ponza und Ventotene sind bewohnt.
Ponza ist sehr malerisch aber auch sehr laut. Als wir gestern Abend hier ankammen, liefen gerade in Minutentakt Fähren, Touristenboote, Segelyachten und Motorboote in den Hafen ein. Die Bucht gleichte am Abend aus dem Restaurant einer Geburtstagstorte mit vielen Kerzen (Ankerlichtern) aus. Heute morgen liefen aber die meisten Boote wieder hastig aus und wir liegen friedlich fast alleine vor dieser hübschen Stadt. Das dies ohne den zu erwartenden „Ankersalat“ ausging grenzt an ein Wunder!
Die Italiener sind unter den Bootsbesitzern einfach zu erkennen. Entweder handelt es sich um ein schnittiges, übermotorisiertes Motorboot oder eine überbesetzte Segelyacht. Alleine fährt man ohnehin nicht aus. Mindestens drei Boote gehören dazu, die sich dann lautstark von Boot zu Boot über den nächsten Zielort abstimmen müssen. Genau deshalb lieben wir Italien!
















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