Von Peloponnes nach Sizilien und Hochzeit von Luca und Tabea in der Schweiz (12.August – 16. Oktober 23)

Nach der Abreise von Matteo aus Zakynthos sind wir sehr bald nach Katakolon auf dem Peloponnes aufgebrochen. Katakolon ist der Hafen in dem die grossen Kreuzfahrtschiffe die Olympia-Besucher ausladen. Caro kennt die entsprechenden Internetseiten, sodass wir uns den passenden Besuchstag ohne Kreuzfahrtschiffe aussuchen konnten. Die Fahrt mit dem Mietwagen nach Olympia dauert etwas mehr als eine halbe Stunde. Neben den archeologischen Ausgrabungen kann man hier mehrere Museen besuchen, die mindestens so sehenswert sind. Auf dem Rückwege halten wir in der schönen Taverna To Kyma am Strand von Katakolon. Die Bucht vor dem Hafen ist gut geschützt von den vorherrschenden Winden aus NW. An Baden ist leider nicht zu denken, da hier unzählige Medusen am Schiff vorbei ziehen.

Finikounda

Wir haben in Katakolon herausgefunden, dass unsere Segelfreunde aus Licata, Peter und Doris von der SY Joy in Finikounda vor Anker liegen. Der nächste Halt war damit gesetzt. Wir haben paar schöne Abende mit Doris und Peter, in diesem unscheinbaren aber sehr hübschem Ort, verbracht. Es hat uns so gut gefallen, dass wir auf dem Rückweg von Kalamata nach Pylos nochmals ein paar Tage hier verbracht haben.

Methoni

Nur 5 Seemeilen westlich von Finikounda liegt Methoni. Methoni und nur eine Bucht weiter liegendes Koroni (siehe unten) wurden ursprünglich von Venedig gebaut, um den Schiffsverkehr im ionischen Meer zu kontrollieren. Im 16. Jahrhundert wurden beide Städte von den Türken besetzt und blieben unter ihrer Herrschaft bis Mitte des 19. Jahrhunderts. Mit der Schlacht von Navarino – vor Pylos – rund 10 Seemeilen nördlicher von Methoni, im Oktober 1827, endet die türkische Herrschaft über Peloponnes.

Koroni (Bucht von Messenien / Kalamata)

Koroni war mit Methoni eines der beiden venezianischen Beobachtungsposten („Augen der Republik Venedig“). Jahrhunderte lang mussten die Galeeren die nach Kreta, Konstantinopel und ins Heilige Land segelten hier anhalten, um über Piraten und Konvois zu berichten. Die schöne Burganlage beherbergt seit 1918 ein Nonnenkloster, welches teilweise zugänglich ist und die Kirche Agia Sophia.

Der Strand unter der Burg ist Brutstätte der Meeresschildkröten. Die Schildkröten kehren immer an den Strand an dem sie selbst geschlüpft sind zurück und durchqueren dafür riesige Distanzen. Dort legen Sie in einer Sandgrube jeweils mehr als 50 Eier, aus denen paar Wochen später junge Schildkröten schlüpfen. Die Brutplätze liegen am öffentlichen Strand und werden von einem örtlichen Verein mit einem Zaun geschützt. Der sandige Ankerplatz vor dem Strand ist einer unserer Favoriten.

Kalamata

Das Stadtzentrum von Kalamata liegt rund zwei Kilometer vom Hafen und der Marina entfernt. Als wir vor einem Jahr da waren, haben wir es gar nicht besucht, weil wir bei der Stadtbesichtigung mit dem Elektroscooter nichts ahnend einfach viel zu früh wieder zum Hafen zurückgekehrt sind. Das haben wir diesmal nachgeholt. Hübsche Cafes und Restaurant säumen im Zentrum die Hauptstrasse. Das Restaurant Kardamo, mit seiner innovativen griechischen Küche und vorzüglicher Weinkarte ist eine neue Entdeckung, die uns bestimmt wieder in diesen Hafen locken wird.

Pylos – der grosse Sturm zieht zum Glück an uns vorbei

Soviel vorab – wir lieben Pylos! Dies ist jeweils der erste und der letzte Hafen welchen wir in Griechenland ansteuern. Die riesige Bucht bietet hervorragenden Schutz vor allen Windrichtungen. Die Stadt selber wirkt sehr unverfälscht und so relaxed, wie nur eine griechische Kleinstadt sein kann. Pylos ist auch Port of Entry für Griechenland. Sowohl Zoll wie auch der Hafenmeister sind direkt am Hafen. Hafenmole ist etwas zu hoch geraten aber für uns eigentlich kein Problem. Den besten Fisch in Griechenland haben wir jeweils hier im Restaurant Koukos gegessen. Frisch, vom Holzkohlengrill vom Chef selber sorgfältig zubereitet und von der Tochter bravourös geputzt. Dazu wird eine Olivenöl-Zitronen-Emulsion gereicht. Hmmmm-Himmlisch!!! Aber auch die Bougatsa, Galaktoboureki (siehe Bild) und Freddo-Cappuccino schmecken hier vorzüglich.

Hier haben wir das Sturmtief Daniel abgewittert, welches sich später zum Medicane entwickelt hat und in Nordosten Griechenlands, aber auch in Libyen schwere Überflutungen verursacht hat. In der Ortschaft Zagora fielen in weniger als 24 Stunden 725 mm Regen und in den Städten Zagora und Volos wurden binnen zwei Stunden 12.000 Blitze gezählt (wenn man den Griechischen Wetterdienst trauen kann?). Wir sind, bis auf Paar gewittrige Regengüsse, davon verschont geblieben.

Eine traumhafte Überfahrt von Zakynthos nach Siracusa

Um einen besseren Windeinfallswinkel und konstanteren Wind zu bekommen, sind wir zunächst nach Zakynthos gesegelt. Von der Laganas-Bucht ging es dann mit konstantem Rückenwind zwischen 15 und 30 Knoten auf kürzestem Weg nach Siracusa in Sizilien. Für rund 310 Seemeilen haben wir lediglich 42 Stunden gebraucht. Zum ersten Mal ist es uns gelungen eine so lange Strecke ganz ohne Motor zu bewältigen. Das hat richtig Spass gemacht! Die mittlerweile schon 10-jährige Dame segelt steif und aufrecht. Bereits ab einem wahren Wind von 15 Knoten läuft sie annähernd die Rumpfgeschwindigkeit von 9 Knoten. Flott unterwegs zu sein, macht (nicht nur) dem Skipper Spass.

Syrakus / Ortigia – zum x-ten Mal….

Genauso vie Pylos auf der griechischen Seite, so ist auch Siracusa / Ortigia unser bevorzugter Ausgangs- und Zielhafen auf Sizilien. Der Marktbesuch mit Caseificio Borderi und die feine Pizza von Schiticchio dürfen auch diesmal nicht fehlen. Ein Wiedersehen mit Manuel und Pinar von SY Waya Waya war ein weiteres Highlight. Mit dem Mietwagen haben wir die barocke Stadt Noto und das Fischerdorf Marzamemi besucht und so auch die letzte uns noch unbekannte Ecke Siziliens für uns erschlossen.

Noto und Marzamemi

Von Licata nach Palermo und weiter nach Zürich

Auf der letzten Teilstrecke von Syrakus nach Capo Passero und weiter nach Marina di Ragusa haben wir nochmals alle Segel ausgepackt und mal mit Code Zero und mal vor dem Wind mit zwei ausgebaumten Vorsegel (Passatsegel) die restlichen Seemeilen für diese Saison absolviert. Die Viva-Crew kennt inzwischen in jedem Hafen die bevorzugten Restaurant Adressen. Wir mögen die griechische Küche aber die Rückkehr nach Sizilien ist kulinarisch jedesmal ein Vergnügen.

Viva ruht nun an ihrem Stammplatz in Licata und wir sind unterwegs nach Zürich zur Hochzeit von unserem älteren Sohn Luca und Tabea.

Hochzeit Tabea und Luca

Die zivile Trauung von Tabea und Luca fand am 28.09.2023 im engsten Familienkreis im Hexenturm in Bremgarten statt. Anstelle der kirchlichen Trauung, fand eine freie Trauung, mit grossem Fest im Mühlerama in Seon am 30. September 2023 statt. Ziemlich genaue 30 Jahre davor haben uns Caro und ich in Zürich das Jawort gegeben. Wir wünschen dem Brautpaar ebenso viel Freude und Glück wie wir selber geniessen durften und freuen uns Tabea in der Turina-Familie aufnehmen zu dürfen.

Zur Hochzeit von Tabea und Luca sind auch meine Schwester und meine Neffe in die Schweiz gereist. Gemeinsam haben wir Zürich und Luzern besichtigt. Das Wetter hat die ganze Zeit super mitgespielt!

Ferien von den Ferien im Engadin

In den vergangenen 5 (Segel-) Jahren haben wir unsere zweite Leidenschaft – die Berge – etwas vernachlässigt. Wir liessen es uns nicht nehmen den Aufenthalt in der Schweiz mit zwei intensiven Wanderwochen im Engadin zu verbinden. Die erste Woche diente einerseits der Akklimatisation an die 2.000 Meter Höhe über Meer. Andererseits mussten auch, die beim Segeln wenig gebrauchten Beinmuskeln, wieder aufgebaut werden. Unser bisheriger Tagesdurchschnitt von nur 3.500 Schritten der vergangenen Monate wurde über die beiden letzten Wochen rapide auf 12.000 Schritte verbessert. In der zweiten Wochen wagten wir uns auch an die längere Hütten-Touren. Würstli-Bräteln und Besuch von Roseg-Tal mit Susi durften auch nicht fehlen. Mit Viehschau in Zernez durften wir auch ein bisschen Schweizer-Folklore geniessen. Das Oktoberfest hat auch Zuoz erreicht. Gerhard aus Österreich wirtet in der Skihüte in Zuoz und bringt das Traunsteiner Bier und die bayerischen Schmankerln nach Zuoz. Schön das das möglich ist.

Viehschaue und Bauernmarkt in Zernez und Oktoberfest in Zuoz

Nationalratswahlen

Wir reisen morgen Montag, 16. Oktober wieder nach Sizilien zurück. Für alle die da bleiben und nächstes Wochenende ihre Stimmzettel abgeben werden, empfehlen wir diese zwei jungen und kompetenten Kandidaten, die sich im Kanton Aargau für die Grün-Liberale Partei im Rennen für den Nationalrat befinden. Tabea und Luca stehen für eine weltoffene, wirtschaftlich starke Schweiz, die ihre Hausaufgaben im Klimaschutz mutig angehen will. Viel Erfolg!

Wir sind nun unterwegs in den Süden. Noch einen Schlag nach Malta, den Altweibersommer geniessen und dann das Schiff einwintern. Ende November geht es dann nach Kroatien und zu Weihnachten wieder in die Schweiz zurück.

2 Antworten auf „Von Peloponnes nach Sizilien und Hochzeit von Luca und Tabea in der Schweiz (12.August – 16. Oktober 23)

Add yours

  1. Hallo ihr ReiseSegler… schön von Euch zu lesen. Ihr dürft vieles erleben und geniesst es Sichtlich. Als ihr im September hier wart waren wie in Vieste Apullien und haben dort 10 Tage die Küste genossen. Mit Olivenöl und Balsamico di Modena sind wir dann wieder nach Hause gekehrt. Habt weiterhin viel Freude Sonnenschein und lass Sizilien grüssen. Liebe grüsse nun aus dem doch nebligen sehr viel kühleres Herbstwetter LIELI
    Jasmine

    Like

Hinterlasse einen Kommentar

Bloggen auf WordPress.com.

Nach oben ↑