Griechenland – das Ionische Meer – Nord

Nach dem wir die Wartungsarbeiten abgeschlossen haben und unseren Inverter in Siracusa, an der Südostecke Siziliens abgeholt haben, machten wir uns auf den Weg nach Korfu. Es gibt viele Wege dorthin. Wir wählten den Weg entlang der Kalabrischen- und Apulischen-Küste bis nach Leuca – dem letzten Ort auf dem Absatz des italienischen Stiefels. Von Leuca sind es nur noch 60 Seemeilen nach Korfu, bzw. zu den vorgelagerten Inseln Othonoi und Erikoussa. Hier trennt lediglich eine schmale Passage Griechenland von Albanien. Viele Segler haben Albanien entdeckt und äussern sich positiv über die Erfahrungen die sie dort gemacht haben. Wir lassen Albanien für später und starten voller Vorfreude mit Korfu in unseren zweiten griechischen Sommer. Diesmal wollen wir uns Zeit nehmen und die Ionische Küste und die vorgelagerten Inseln in aller Ruhe erkunden. Dieses Segelrevier teilt sich grob in zwei Teile auf: Der Norden mit Inseln Korfu, Paxos, Antipaxos sowie Orten Sivota und Parga, die auf dem Festland liegen und der Süden mit Inseln Lefkas, Kefalonia, Zakynthos, Ithaka, Meganisi, Kalamos und Skorpios. Zwischen diesen beiden Segelrevieren liegt die Stadt Preveza mit zwei grossen Marinas und einer grossen Bucht (Ambrakischer Golf) wo man gut weitere zwei Wochen verbringen kann. Südlich von Zakynthos schliesst sich der Peloponnes an, welches wir letztes Jahr in beide Richtungen zweimal umrundet haben. Über die Sparta-Bucht ist man aber auch schnell im Korinth-Kanal welcher das Ionische Meer mit der Ägäis verbindet.

Korfu

Ist die grösste und die am nächsten zu der Adria gelegene Ionische-Insel. Sie ist nicht nur landschaftlich (grün, gebirgig) der kroatischen Adria ähnlich, sonder teilt mit ihr auch ein Teil ihrer Geschichte. Korfu war längste Zeit von Venedig verwaltet, wurde zeitweise britisch und französisch bevor sie im 19. Jahrhundert griechisch wurde. Die Menschen hier sind aber definitiv die herzlichen, liebenswerten Griechen, die wir aus der Ägäis kennen und die Küche ist auch schon wieder gut griechisch. Wir sind also in Griechenland angekommen und das macht wieder Spass!

Der Windmesser, welcher bereits in Sizilien ausgefallen ist wurde in Korfu ersetzt. Das teuere Teile wurde innerhalb 24 Stunden aus Athen geliefert und an der Spitze des Mastes montiert. Nun wissen wir wieder woher der Wind weht und vor allem in welcher Stärke. Die vorherrschende Windrichtung ist N / NW. Der Wind kommt meisten um 12.00 Uhr mit 10 bis 15 Knoten und schläft abends wieder ein.

Auf der Insel Korfu gesellt sich unser Freund Roger für paar Tage zu uns aufs Schiff. Roger teilt mit uns die Freude an der griechischen Taverna-Küche. Er liebt aber auch das „Bädele“ und den Kaffee :-))!

Inseln Paxos und Antipaxos

Insel Paxos war das erste Highlight dieses Segel-Sommers. Sie liegt wenige Meilen südlich von Korfu und ist ein beliebtes Ausflugsziel für die Touristen aus Korfu. An der Nordspitze der Insel, in einer türkis blauen Lagune liegt der Ort Lakka. In der Bucht vor dem Ort liegen jeweils zwischen 50 und 80 Schiffe eng bei einander. Im Hafenkino gibt es hier mindestens zwei Vorstellungen: eine morgens wenn die Anker gelichtet werden und die zweite abends wenn neue Segler den Anker werfen und sich dabei den anderen Schiffe kuschelig nah kommen. Es ist nicht einfach immer cool zu bleiben – das geben wir gerne zu, aber dieser Ausblick entschädigt auf jeden Fall:

In Alexandros Taverne in Lakka haben wir hervorragend gegessen. Wie in den meisten Tavernas stehen hier Frauen in der Küche, die ihr Handwerk von ihren Müttern gelernt haben. Gute, traditionelle Küche in riesigen Portionen.

Gaios – der Hauptort der Insel Paxos – liegt in einer schmalen Passage hinter der vorgelagerten Insel Agios Nikolaos und ist vom Meer fast nicht zu sehen. Die lange Hafenmole wird täglich von Seglern und Ausflugsschiffen belegt. Aus dem Cockpit geniesst man den Blick auf das gemächliche Sommerleben in Griechenland und steuert Abends eine der vielen Tavernen in der Stadt an. Am nächsten Morgen gibt es wieder Hafenkino vom feinsten: verhakte Anker und übers Kreuz liegende Ketten gehören hier einfach dazu. Auch unsere Kette wurde vom englischen Charter-Skipper mit seinem Anker hochgezogen. Gut ist es, wenn man dann gerade auf dem Schiff ist und die Kette fieren kann, sodass der Nachbar seinen Ankersalat auflösen kann. Danach wieder die Kette dicht nehmen und die Nerven schonen…

Syvota und Parga

Gegenüber der Insel Paxos auf dem Festland liegen zwei hübsche Orte:

Syvota – hinter drei vorgelagerten Inselchen die vom Festland nur paar hundert Meter entfernt sind, liegt das Stätdchen Syvota, eine typische touristische Stadt, die ausser schöner Buchten und Hotels eigentlich nicht viel zu bieten hat.

Hübscher ist die etwas südlicher gelegene Stadt Parga. Die Stadt ist weder mit dem eigenen Schiff noch mit dem Dinghy erreichbar. Man liegt vor Anker in der halbe Seemeile nördlich gelegener Bucht, vor dem grossen Strand und lässt sich mit dem Taxi-Boot in die Stadt und zurück fahren.

Preveza und Ambrakischer Golf

Rund 20 Meilen südlich von Parga, am Eingang zum Ambrakischen Golf liegt die quirlige Stadt Preveza mit zwei grossen Marinas und der gerade neu renovierten Hafenanlage. Hier liegt man vor eigenem Anker, sicher vertaut am Steg mit Wasser und Strom für € 35,- für zwei Nächte. Die guten Tavernas liegen hier in der Altstadt nur wenige Meter vom Schiff entfernt.

Von Preveza aus erreicht man in wenigen Meilen den Ambrakischen Golf. Eine 500 Quadratkilometer grosse Bucht mit einzigartiger Lagunenlandschaft in der sich Delfine und Wasserschildkröten wohl fühlen. Im Norden der Bucht, nahe Koronisia, liegt das grösste Schilfbett der gesamten Balkan-Halbinsel in dem 280 verschiedene Vogelarten, unter anderem auch Reiher, Pelikane und Kormorane leben. Touristisch ist diese Region noch nicht stark entwickelt und bietet sich somit für paar geruhsame Tage beim Segeln, Baden und Wandern an. Wir haben die Städte Koronisia und Vonitsa besucht.

Am 29. Juni haben wir einen Service-Termin für den Strom Generator in Preveza. Der kleine Dieselgenerator war auf dem Schiff als wir es übernommen haben. Dank Solarzellen und Windgenerator brauchen wir den Diesel-Generator nur ganz wenige Stunden pro Jahr. Am liebsten wäre uns wenn wir auf ihn ganz verzichten können. Der neue Wassermacher (Schenker Zen 50) braucht deutlich weniger Strom. Vielleicht wäre es mit zwei zusätzlichen Solarzellen an der Reling tatsächlich getan? Mal schauen was die Chefin dazu sagt. Sie hat ja bald Geburtstag. Vielleicht könnte ich sie mit einem praktischen Geschenk überraschen :-).

Von Preveza aus geht es dann anfangs Juli in den südlichen Teil des Ionischen Meeres. Diese Region verspricht noch spannender zu sein. Darüber gerne im nächsten Beitrag. Stay tuned!

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