Hafen Pylos / Peloponnes
Wir nehmen Abschied von Griechenland
Wir sind Mitte Oktober von Pylos / Griechenland nach Siracusa / Sizilien gesegelt. Für 330 Seemeilen haben wir bei sehr wenig Wind genau zwei Tage (und Nächte) gebraucht. In Siracusa haben wir Rafaela und Marko abgeholt. Sie sind die letzten Meilen von Siracusa bis nach Licata mit uns gesegelt.

Letzte Saison sind wir rund 2.700 Seemeilen gesegelt. In etwa gleich viel wie im Vorjahr. Die Motorenstunden bewegen sich um 200 Stunden, leicht weniger wie im Vorjahr. Wir versuchen wenn immer möglich zu Segeln. Für an- und ablegen kommen aber bereits etliche Stunden zusammen. Griechenland ist im Vergleich zum restlichen Mittelmeer sehr viel günstiger bei den Hafengebühren. Die diesbezüglichen Kosten für die Sommersaison haben sich im Vergleich zu Vorjahr um zwei Drittel reduziert. Normalerweise liegt man in Griechenland in den öffentlichen Häfen für € 15,- / Tag (inkl. Strom und Wasser). Dazu kommen die E-Tepai-Gebühren von rund € 120,- pro Monat. Insgesamt ein unschlagbares Angebot. Die Unterhaltskosten für das Schiff sind hier nicht ausgewiesen. Da die Segelschiffe in den letzten 4 Jahren deutlich teurer geworden sind, gehen wir davon aus, dass wir heute den damaligen Kaufpreis und einiges an Ausbauinvestitionen zurückbezahlt bekämen.

Der Winter ist so kurz und die neue Saison ist schon bald da, sodass wir bereits vor unserem Winterlager in Licata mit Wartung und Reparaturen angefangen haben. In Siracusa haben wir den Generator reparieren lassen und den Watermaker ausbauen und überholen lassen. Da die Ersatzteile für den 10 Jahre alten Watermaker fast so teuer sind wie der neue Watermaker, haben wir entschieden diesen, durch einen neuen Schenker ZEN 50, zu ersetzen. Es handelt sich um ein italienisches Produkt mit sehr gutem Ruf und einem dichten Servicenetz in Italien und Umgebung. Da wir uns am liebsten in den Buchten aufhalten, sind wir auf einen gut funktionierenden Watermaker angewiesen. Mit dem Watermaker wird im April auch eine Deckwaschpumpe und ein Carbonfilter in der Hauptwasserleitung eingebaut. Wir hoffen dass wir so von den Plastikflaschen weg kommen. In Marina di Ragusa haben wir Biagio und Salvo für die jährliche Wartung von unserem Volvo Dieselmotor bestellt. So kann unser „Flautenschieber“ den Winter in frischem Öl verbringen. Das tut ihm bestimmt gut.
Siracusa und Licata / Viva ist wieder an ihrem Stammplatz unter dem Leuchtturm von Licata
Den Winter wollen wir, wie immer, pendelnd zwischen Engadin und Kroatien verbringen. Das Wetter war diesen Herbst in Kroatien sehr nass und windig. Im Engadin gab es immerhin ein wenig Schnee über die Feiertage. Die meisten Orte in Schweizer Bergen waren über Weihnachten grün.
Rabac und Adventsmarkt in Zagreb mit Luca und Tabea
Zuoz / Engadin
Natürlich lasse ich es mir nicht nehmen, zwischendurch nach Licata zu fliegen und hier paar Tage mit den Segelkollegen zu verbringen. Der Hafen ist heuer voll von „Boatpeople“, die den ganzen Winter auf dem Schiff verbringen. Die meisten von Ihnen haben kein festes Zuhause mehr. Sie haben alles auf eine Karte gesetzt und scheinen es zu geniessen. Tagsüber wird das Boot gepflegt und abends bleibt noch genug Zeit, um Seemannsgarn zu spinnen und den Tag bei einem Glas Wein ausklingen zu lassen. Uns gefällt es in Licata sehr, sodass wir bereits unseren Platz unter dem Leuchtturm in der Marina Cala del Sole auch für den Winter 2023/24 gebucht haben.
Nächste Woche bin ich da und beginne mit den Wartungsarbeiten. Diesmal sind das Teakdeck und die Rumpf-Deck-Fuge dran. Im März 2023 sind wir wieder mit Giuseppe in der Oceanica Werft in Licata verabredet. Wir werden alle Seeventile (12 Stück) ersetzen, den Rumpf polieren und das Antifouling erneuern. Anstelle der Messing-Ventile kommen neu die Trudesign-Ventile aus Nylon Composit zum Einsatz. Sie sollten mindestens zweimal so lange halten wie die Alten. Natürlich werden wir bei der Gelegenheit auch die entsprechenden Schläuche und Schlauchschellen ersetzen. Wir betrachten das Schiff als unser Zuhause und pflegen es auch entsprechend. An Verkauf wollen wir zur Zeit nicht denken. Eines Tages wird es aber soweit sein. Der neue Eigentümer wird ein neuwertiges Schiff bekommen. Wir scheuen keinen Aufwand um das Schiff in Schuss zu halten!
Es sind eigentlich nur zwei Seeventile die schlecht ausschauen / Unten Auspuffknie vom Volvo Penta (muss ca. alle 4 Jahre ersetzt werden)
Wie geht es weiter?
Solange wir fit sind, werden wir weiter segeln. Mittelmeer hat noch viel zu bieten. Diesen Sommer wollen wir die ionische Seite Griechenlands kennenlernen, um dann im Juli durch den Korinth Kanal und durch die Ägäis an die türkische Südküste zu segeln. Im Herbst geht es dann über Kreta und Malta wieder zurück nach Sizilien. Vielleicht kommt es aber auch ganz anders und wir bleiben einfach im Ionischen Meer. Ganz nach dem Motto:
Home is where the anchor drops!
Lustiges und Nachdenkliches zum Abschied…



































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