Ja, wir sind noch immer nicht viel weiter. Macht euch aber keine Sorgen. Es geht uns gut und wir haben hier alles was wir benötigen um anständig über die Runden zu kommen. Es gab bisher kumulativ 25 bestätigte Covid-Fälle auf der Insel. Die meisten Patienten sind aber bereits geheilt, sodass wir ab Mitte Mai weitestgehende Lockerung der Covid-Massnahmen erwarten. Die Flugverbindungen zu den anderen karibischen Inseln und nach Europa werden jedoch frühestens im Juni wieder aufgenommen. Man will hier verständlicherweise keine importierten Covid-Fälle haben, wenn auch die Wirtschaft dringend frische Gäste braucht. Antigua gehört zu den entwickelten Karibikstaaten. Leider kommen 45% der Einnahmen direkt aus dem Tourismus. Weitere 30 % hängen indirekt vom Tourismus ab. Gerade gestern hat der Premierminister Gaston Brown einen dramatischen Appel an seine „Brothers and Sisters“ gerichtet. Dem Land stehe die grösste Wirtschaftskrise in der Geschichte bevor. Es wird noch lange dauern bis sich die Besucherzahlen in der Karibik auf dem Niveau vor der Covid-Pandemie einpendeln werden. Dabei hat sich Antigua erst gerade vom Hurrikan Irma erholt, welcher in 2017 über die Insel fegte.
Vor diesem Strand haben wir unsere Quarantäne-Zeit verbracht
Einmal pro Woche ging es mit dem Dinghy zum Supermarkt.
Wartungsarbeiten
Zur Zeit sind wir in der Jolly Harbour Werft und treffen hier die letzten Vorbereitungen für den Verlad des Schiffes. Wir haben das Ruderblatt repariert und alle Bestandteile der Jeffa-Steueranlage gereinigt, geschmiert und eingestellt. David (Tarzan) und sein Bruder Arthur (Speedy) von der Firma „Multitask-Services“ gehen jedem kleinen Problem auf den Grund. Von der Mechanik, über Elektrik bis zu Metallarbeiten, sie beherrschen einfach alles! Sie sind aber auch sonst ganz patente Kerle. Die Volvo-Maschine wurde auch gewartet und das Bugstrahlruder komplett zerlegt. Die beschädigte Klappe des Bugstrahlruders wurde nicht mehr repariert sonder im Fiberglas neu gebaut. Nächste Woche wird die Entsalzungsanlage konserviert und das Dinghy zusammen gelegt. Viel mehr kann man zur Zeit am Schiff nicht machen.
Neue Leidenschaft
Ich wollte schon immer in das Thema Spleissen und Takeln eintauchen. Gespleisstes Tauwerk funktioniert zuverlässiger und sieht auch besser aus. Gespleisste Verbindungen weisen auch eine um bis zu 40% höhere Arbeitslast auf als Knoten. Auch die Dyneema-Softschäkel sind sehr einfach herzustellen und kosten wesentlich weniger als im Laden gekauft. Mit einem Buch und passender DVD kann man sich das Thema schnell und einfach erschliessen. Hier ein paar Beispiele:
Wie geht es weiter?
Es sind bald zwei Monate vergangen seit dem Ausbruch der Covid-Pandemie und nach wie vor sind die meisten Häfen in Europa für Segler geschlossen. Die Azoren kann man nur im Notfall anlaufen. Lediglich auf Horta kann man Wasser und Diesel tanken und sich Proviant an Bord liefern lassen. Man darf das eigene Schiff aber nicht verlassen. Alle anderen Inseln darf man nicht anlaufen.
Wir wollten ursprünglich auf eigenem Kiel zurück nach Europa segeln und auf den Azoren einen Monat lang zwischen den Inseln verweilen. Im „Delivery-Törn-Modus“, ohne Halt nach Europa durchzusegeln, wäre eine trostlose Plackerei. Die Entscheidung das Schiff zu verladen war auch im Nachhinein für uns die beste aller Optionen.


Der Fahrplan des Frachters BBC PEARL
Nun ist es auch bald soweit! Das Frachtschiff BBC PEARL wird am 13. Mai aus Fort Lauderdale (Florida) kommend in St. Johns (Antigua) anlegen und bis zum 17. Mai insgesamt 26 Schiffe verladen. Am 18. Mai geht es dann nach Mallorca und Genua weiter. VIVA wird von der Hanse-Vertretung auf Mallorca in Obhut genommen und in der Marina in Palma vertaut. Mitte Juni wird sie auf ihren alten Stammplatz nach Valencia transferiert, wo wir für die Zeit bis Ende August einen Full-Service-Vertrag abgeschlossen haben. Wir wollen Juli und August in der Schweiz und in Kroatien verbringen. Wir freuen uns auf Euch!


Wieder „obdachlos“
Das Schiff war in den vergangenen 12 Monaten unser einziges Zuhause. Auch wenn wir froh sind, dass wir das Schiff rechtzeitig in Sicherheit bringen konnten, ein wenig tut es uns schon weh von Bord zu gehen und ein neues Dach über dem Kopf zu suchen. Die Nachfrage nach Wohnungen ist aufgrund der aktuellen Situation hier auf Antigua regelrecht zusammengebrochen. Die Auswahl ist entsprechend gross. Wir werden nächste Woche eine Cottage im English Harbour beziehen und hier auf den Flieger in Richtung Europa warten. Wir hoffen, dass in der zweiten Hälfte Juni hier was gehen wird.

English Harbour 





















Hinterlasse einen Kommentar