
Coronavirus hat Karibik erreicht. Wir befinden uns auf Guadeloupe, im französischen Überseegebiet, mit aktuell (19.3.) 45 Krankheitsfällen. Hier gelten die von Macron verordnete Massnahmen, nämlich totaler Lockdown für mindestens 15 Tage. Liebe Leute es geht uns nicht besser wie Euch! Der einzige Unterschied: Die Quarantäne findet auf dem Schiff vor dem Sandstrand statt. Wir haben alles was es braucht um hier die nächsten 15 Tage gut über die Runden zu kommen. Es ist auch etwas einfacher den Abstand zu den Mitmenschen einzuhalten, wenn auch die Buchten volle Schiffe sind. Segeln wäre eigentlich auch nicht erlaubt.
Auf dem Bild oben sind die aktuellen Einreisevorschriften für Yachten. Praktisch alle karibische Inselstaaten haben Grenzen geschlossen oder verlangen bei der Einreise eine zweiwöchige Quarantäne. Jeder um uns herum ist irgendwie betroffen. Die Pläne für die Hurrikansaison müssen überarbeitet werden. Die Azoren lassen auch keine Yachten mehr anlegen. Somit fällt die geplante ARC Europe Rally voraussichtlich ins Wasser. Spätestens Ende Juni sollte man aber aus dem Hurrican-Gebiet weg sein. Kolumbien und Panama wären fein. Die Grenzen sind hier aber auch schon zu. Elvström will die fertigen Segel in die Karibik liefern. MWST-frei geht das am besten über Martinique oder St.Martin / Sint Maarten. Frage: Kann ich die Segel nach der Ankunft auch abholen? Die Werftbetriebe sind alle zu. Wenn es wieder los geht, wird man voraussichtlich keine Termine bekommen. Fragen über Fragen….
Wir sind froh, dass es unseren Lieben zu Hause noch einigermassen gut geht und freuen uns jeden Morgen über die humoristischen Beiträge zum beliebten Coronavirus. Humor ist wenn man trotzdem lacht….
Martinique und Guadeloupe mit Vesna (Cousine aus Zagreb)
Wir haben meine um paar Jahre jüngere Cousine aus Zagreb, die mit Ihrer Damencrew schon einige Regatten in Kroatien bestritten hat, zu Besuch. Gestartet sind wir mit einer kurzen Rundreise zu der Habitation Clement (siehe letzten Blogbeitrag) und weiter durch den Regenwald nach St. Pierre, der ehemaligen Hauptstadt der Insel, bevor sie zwischen 1902 und 1905 vom Vulkan Mount Pele unter Lava und Asche begraben wurde. Das war, an den Opferzahlen gemessen, verlustreichste (rund 30.000 Opfer) Vulkaneruption des 20 Jahrhunderts. Überlebt hat lediglich ein, in einer Einzelzelle sitzender Häftling, der danach auf freien Fuss gesetzt wurde und fortan sein Lebensunterhalt durch Auftritte im Zirkus bestritten hat, wo er seine Lebensgeschichte dem Publikum erzählte.
Eigentlich wollten wir mit Vesna eine grosse Runde in den nördlichen Antillen drehen. Leider hat uns wieder das Bugstrahlruder einen Strich durch die Rechnung gemacht. Die Klappe des Bugstrahlruders lies sich nur teilweise Schliessen. Der Werfttermin lies eine ganze Woche auf sich warten. Wir haben infolgedessen einige schöne Tage vor der Ilet de Gosier und in Bas Du Fort verbracht. Vesna wird nochmals kommen müssen, um den Rest der geplanten Reise mit uns zu segeln.
ANTIGUA Nelson’s Dockyard Marina
Die Strecke von Point a Pitre (Guadeloupe) nach English Harbour ist 80 Seemeilen lang. Eigentlich gut in einem Tag zu machen. Leider hat es am ersten Tag heftig geregnet und unser treue Begleiter E-/NE-Wind blieb aus. Nach einer Nacht vor Anker auf der Nordseite von Guadeloupe (Port Louis) ging es mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von deutlich über 8 Knoten am nächsten Tag nach English Harbour. Die in einem geschütztem Naturhafen gelegene Nelson’s Dockyard Marina ist ein von Unesco zum Weltkulturerbe erklärtes Stück England in der Übersee. Im Nelson’s Museum erfährt man Spannendes über den Lord aber auch über die Lebensweise der Matrosen und ihrer Familien in der damaligen Zeit. Für jeden Englandfan ein MUST!
Die schönen Boote von Falmouth / Antigua
Zwei dieser wunderschönen Schiffe kollidierten kurz vor dem Start des ersten Rennens. Die „SVEA“ fuhr mit ihrem spitzen Bug der Klassenkamaradin „TOPAS“ über das Heck. Beide Boote konnten den Hafen noch aus eigener Kraft erreichen, konnten an der Regatta nicht mehr teilnehmen. Videos der Kollision sind im Internet zu finden. Mit den J-Class Yachten wurden in den dreissiger Jahren des letzten Jahrhunderts die America’s Cup-Rennen ausgetragen. Die meisten der damals gebauten Yachten waren hier am Start. Eine Augenweide!
Englische Lebensart
Zur englischen Lebensart gehören die Fussballspiele und die üppigen Frühstücke. Wenn MANU über den Stadtrivalen siegt, schmeckt das leckere Antigua-Bier noch besser!
Quarantäne in Guadeloupe
Am Montag 16.03.2020 gingen die Rolladen am Marina Office in Bas Du Fort runter. Die Kunden werden nur noch telefonisch und per Mail bedient (siehe oben). Nichts wie weg hier, einen schönen Strand für die Selbstisolation suchen und hoffen, dass der Spuck bald vorbei ist. Lina, unsere ehemalige Nachbarin aus der Schweiz, wollte eine Woche mit uns die Gegend erkunden. Wir konnten gestern vor Anker ihren Geburtstag feiern. Heute bemühen wir uns einen Flug in die Schweiz zu organisieren. Von der Lufthansa-Flotte sind nur noch 5% der Flieger unterwegs. Der Flug von Barbados nach Frankfurt vom 27.3.2020 ist zum Glück (noch nicht) abgesagt worden!















































Wunderbar Vielen Dank
Liebrecht
>
LikeLike
Unsere lieben, wir waren bis am 16. März in Argentinien… Dank unserer Tochter, die von Wohlen aus grad nach Kloten gefahren ist, nachdem sie zweimal 45 Min. am Telefon In einer Warteschlaufe war, sind wir zügig an unsere beiden Billette gekommen. Wir drücken die Daumen, dass es möglichst schnell klappt, mit euren Wünschen. Wir grüssen euch – und bleibt gesund. Werni + Erika
Von meinem iPhone gesendet
>
LikeLike
Courage! Wir hoffen, ihr findet einen sicheren Hafen. Auch, wenn bei euch die Sonne mehr brennt, seid ihr sicher nicht zu beneiden. Um die Zeit zu vertreiben und sich an schöne Zeiten zu erinnern (falls euer Internet funktioniert) schaut euch an wie es damals war:
https://www.vsail4u.com/sail/index.php/de/
Viele Grüsse und die berühmte Handbreit unterm Kiel,
Detlef
LikeLike