Montenegro

Heute um 9.00 Uhr sind wir wieder in Brindisi am Stiefel-Absatz angekommen. 200 Km in 20 Stunden, mässiger Wind aus westlicher Richtung, einmal Kurs 200 Grad eingestellt und heute morgen vor Brindisi die Segel geborgen. Das sind die Augenblicke, von denen man den ganzen Winter zerrt.

 

Marina Porto Montenegro  – Tivat

Dazwischen liegt eine Woche Montenegro. Wenn auch hier nicht alles zum Besten bestellt ist, doch stimmt Vieles. Z.B. die Marina Porto Montenegro in Tivat, von einem Kanadier gebaut, heute in arabischen Besitz: die schönste, sauberste und am besten geführte Marina die wir bisher gesehen haben. Es beginnt bereits mit dem Einklarieren. Hier direkt in der Marina (und nicht in einem anonymen Hafen, wo man Stundenlang auf Abfertigung wartet. Die Kapitanerie arbeitet 7 Tage die Wochen von 8.00 bis 19.00 Uhr, die Grenzpolizei 24/7), begleitet von charmanten Hostessen, die mit einer ansteckenden Herzlichkeit diesen lästigen Teil der Reise erträglich machen. Ansonsten klar zu erkennen – hier wurde Dubai in kleinem gebaut, mit allem was die anspruchsvolle Kundschaft erwartet (Clubhaus, Pool, Tennisplätze, Internat, Restaurants, Shops, Hotelanlage). Es ist nicht so, dass ich hier ein ganzes Jahr verbringen würde. Dafür ist mir das ganze doch zu wenig authentisch. Sich ein paar Tage verwöhnen zu lassen, tat uns aber trotzdem sau gut!

Bucht von Kotor (Kotor, Perast)

Die strategische Bedeutung dieser schönen Bucht spiegelt sich in der wechselvollen Geschichte. Alle waren hier: Serbien, Bosnien, Venedig, Österreich, Frankreich, Jugoslawien und am Schluss Selbständigkeit – Montenegro. Nur die Türken konnten sich hier nie durchsetzen. Ein riesiger Naturhafen bot allen einen guten Schutz für die Marineschiffe. Alle Herrscher haben der Stadt ihren Stempel aufgedruckt. Sie ist mit ihren bedeutenden kulturhistorischen Bauwerken und ihrer einmaligen Lage 1979 in das UNESCO Weltkulturerbe aufgenommen worden. Sie ist auch Sitz des katholischen Bistums Kotor und Zentrum der serbisch-orthodoxen Christen Montenegros. Die Stadt und die von bis 1894 Meter hohen Bergketten Orjen und Lovćen umrahmte tiefe Bucht ist die bekannteste und meistbesuchte Tourismusregion des Landes.

Perast, nur wenige Kilometer von Kotor entfernt, könnte genauso gut am Comersee liegen. Nach dem Ende der Türkenkriege, hatte Perast im 18. Jahrhundert seine Blütezeit. Im Ort gab es vier Reedereien, die zusammen eine Flotte von mehr als 100 Handelsschiffen unterhielten. Viele der zu Wohlstand gekommen Kapitäne wählten Perast zu ihrem Alterssitz und erbauten sich kleinere oder grössere Villen, die noch heute das Stadtbild prägen. Zu Perast gehören die beiden kleinen Inseln Sveti Dzordze und Gospa od Škrpjela. Auf der einen Insel liegt der Friedhof des Ortes, die andere ist mit ihrer Kapelle ein bekannter Wallfahrtsort.

 

Restaurant Čatovića Mlini (die Mühle von Čatović) / Morinj

Nur paar hundert Meter von der Küstenstrasse liegt dieses idyllische Restaurant, eine alte Mühle mit wunderschöner Terrasse und verschiedenen gedeckten Lauben. Die Gäste werden mit dem Boot am Parkplatz abgeholt. Die Enten bemühen sich um die Gunst der Restaurant Kunden. Sie haben aber mit dem Menu und der umfangreichen Weinkarte genug zu tun.

Budva (mit Petrovac, Sveti Stefan und Luštica Bay)

Die letzte Nacht vor dem Ausklarieren haben wir in der Jaz-Bucht vor Budva verbracht. Der Rummel war uns in Budva doch etwas zu gross. Davor fuhren wir am zweitgrösten Orascom-Projekt von Sawiris vorbei (Siehe Andermatt). In Luštica Bay wurde nach Vorbild von El Gouna / Ägypten eine voll funktionierende Stadt aus dem Boden gestampft, samt Schulen, Golfplatz, Yachthafen usw.. Die m2-Preise liegen auf  dem westeuropäischen Niveau. Die Kundschaft spricht mehrheitlich Russisch und Serbisch. In Sveti Stefan wurde auf einer kleinen Halbinsel ein Luxus-Aman-Ressort realisiert.

Die tiefe Steuern und gezielte Wirtschaftsförderung bieten einen guten Nährboden für unternehmerische Initiativen. Die Rechnung scheint für beide Seiten aufzugehen.

 

 

 

 

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