1000 Seemeilen gesegelt und erst 30 Seemeilen von zu Hause entfernt…

Wir haben bis Ende letzter Woche auf die Ersatzteile für den Mast und den Spinnakerbaum warten müssen. Daher waren wir gezwungen, weitere Wochen in der Nordadria zu verbringen. Wir machten das Beste daraus, segelten kreuz und quer die Inselwelt zwischen Split und Lošinj durch.  Und wenn wir schon warten müssen wieso nicht den alten Traum verwirklichen: Mit eigenem Schiff nach Venedig fahren?

Nach paar Tagen in Mali Lošinj und den umliegenden Buchten ging es auf einen Schlag nach Venedig. Nach dem Championsleague-Finale vom 1. Juni 2109, haben wir um Mitternacht die Grenzkontrolle in Kroatien (zwar EU-Mitglied, aber noch nicht Schengen) passiert und sind in einer sehr dunklen Nacht in See gestochen. Ausnahmsweise wollte uns der Mond diesmal nicht Gesellschaft leisten. 18 Stunden und 118 Seemeilen später durften wir in der Lagune von Venedig, genauer in Chioggia, in der Marina Le Saline, angrenzend an die hübsche Altstadt, das Schiff vertauen.

Von hier aus ging es in gemächlichem Tempo (so dass die Seele auch Schritt halten kann!), an vielen hübschen Orten entlang des Dammes vorbei, welcher die Lagune von dem offenen Meer abgrenzt, nach Venedig weiter.  Die Hässlichkeit der Vororte Venedigs und die Hektik der herkömmlichen Verkehrswege bleiben einem bei dieser Art der Fortbewegung erspart. Individueller kann man als Tourist nicht reisen! Man kann hier tatsächlich bis vor den Markusplatz schippern. Von der gegenüberliegenden Marina San Giorgio Maggiore hat man einen wunderbaren Blick auf den Markusplatz.

Das Schiff MSC Opera, welches uns die Nacht davor den Weg gekreuzt hat, fuhr an dem Tag mit voller Wucht gegen ein Touristenschiff, welches am Steg in Venedig vertaut war. Die Diskussion, ob die Kreuzfahrtschiffe wirklich durch die Bucht von Venedig fahren müssen war lanciert.

In Venedig waren wir zuletzt in 2007. Diese hübsche Stadt ächzt inzwischen noch mehr unter den unzähligen Tagestouristen (wie  wir es sind). Trotzdem findet man auch ruhigere Gassen und Restaurants, die nicht so bevölkert sind.

IMG_6336

Grado, Lignano und Bibione haben wir uns schenken lassen. Nach einer Woche in braunem Lagunenwasser und mit geringen Wassertiefen, wollten wir so schnell wie möglich nach Triest – einst wichtigsten Mittelmeerhafen von Österreich-Ungarn, mit prächtigen Palästen und traditioneller Kaffeehauskultur und einem der schönsten Plätze ganz Italiens: Piazza dell’Unita d’Italia. Die Marina San Giusto liegt direkt vor dem Eataly-Delikatessengeschäft und nur einige Schritte von der Altstadt entfernt. Hier haben wir den Kühlschrank mit leckeren Sachen gefüllt, nochmals ausklariert (Schengen) um 20 Seemeilen später in Umag / Kroatien wieder einzuklarieren (nicht Schengen).

 

Hinterlasse einen Kommentar

Bloggen auf WordPress.com.

Nach oben ↑