Einmal quer über die Adria nach Kroatien

Von Otranto ging es zunächst nach Brindisi und von dort aus weiter nach Bari, der letzten Station auf unserem Weg um den Stiefel. Hier durften wir das Code Zero-Segel reparieren und paar Schotten und Fallen ersetzen, aber auch paar schöne Tage mit Luca in Apulien verbringen.

 

Nachtschlag nach Kroatien

Am Freitag, 12. Oktober wurden die neuen Fallen und Schotten geliefert und das Code Zero repariert zurückgebracht. Die Reparatur wurde notwendig weil sich das Segel mitten in der Nacht bei 20 Knoten Wind, als ich gerade dabei war die AIS Daten auszuwerten, um dem entgegenkommenden  Tanker auszuweichen, teilweise ausgerollt hat. Wir mussten in voller Fahrt hinter der stehenden Fock das grosse, im Wind flatternde Tuch irgendwie aufs Deck runter holen. Die Übung hat mindestens 40 lange Minuten gedauert, gerade noch rechtzeitig um den Kurs vor dem sich annähernden Tanker zu korrigieren….

Bei unserem nächsten Nachtschlag über die Adria hatten wir bei Gargano bis zu 22 Knoten Wind und recht viel Verkehr. Leider bewegten sich alle Frachter in Nord – Süd -Richtung. Die Viva musste den Weg dazwischen suchen. Da hat man gar keine Zeit übers Schlafen nachzudenken…

  Ankunft in Kroatien nach 2.700 SM

Nach 22 Stunden Fahrt waren wir endlich da: Die Insel Lastovo, ein schönes Naturschutzgebiet, war endlich in Sicht. Da dachten wir uns: Zuerst Duschen und einen feinen Fisch vom Grill geniessen! Die Grenzformalitäten können bis morgen früh warten. Als wir am nächsten Morgen die Polizeistelle in Ubli aufgesucht haben, warteten bereits unsere „Freunde und Helfer“, ausgestattet mit den AIS-Aufzeichnungen vom vergangenen Abend und Bildern von der Viva, wie sie sich der Insel nähert. Etwas mehr als € 100,- Busse waren nicht weg zu verhandeln. Danach ging es weiter zum Hafenkapitän um die Vignette zu kaufen (weitere 100,-) und die Aufenthaltsgebühr zu bezahlen. Diese wurde im vergangenen Jahr verfünfacht und beträgt neu für das Schiff unserer Grösse rund € 1.000,- fürs ganze Jahr. Die kroatische Adria-Küste mit 1700 Inseln und unzähligen Buchten ist aber jeden € Wert. Leider übertreiben meine Landsleute bei den Hafen- und Marina-Gebühren masslos. Die Preise liegen auch Ende Oktober auf einem Niveau, welches wir nur noch an der Costa Smeralda auf Sardinien im Juli gesehen haben. Mit 650 L Wasser, dem Stromgenerator und der Entsalzungsanlage an Bord liegt man ohnehin lieber in der Bucht als in den überfüllten Marinas…

 

Wir lassen uns die Freude nicht verderben und eilen weiter nach Insel Vis, wo meine Cousine Vesna auf uns wartet und mit uns einen langen Abend und eine kurze Nacht bei uns auf dem Schiff verbringt. Bevor sie weiter nach Zagreb gereist ist, hat sie für uns einen Lammbraten in Peka (unter der Gussglocke gegartes Fleisch mit Gemüse) in einem Agriturismo bestellt hat. Die Wirtin der „Besen-Beiz“, Ines hat für uns ihre letzte Peka für diese Saison zubereitet. Zwei Gläser Landwein, paar Feigen und frisch gebackenes Brot durften auch nicht fehlen. Einfach gut!

Wir geniessen nun einen ausserordentlich warmen Herbst, mit Temperaturen bis 25 Grad und schönem Wetter. Ab kommenden Donnerstag sollte auch der Wind wieder zurückkehren, sodass wir unsere Reise in Richtung Istrien fortsetzen können.

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