Warten auf Sorbas und 25. Hochzeitstag
Der erste Medican (Mediterranian Hurican) namens „Sorbas“ hat im Ionischem Meer gewütet und die Griechische Küste mit 9 Windstärken und über 100 l Wasser/m2 bedient. Wir mussten auf Lipari warten bis der Spuck vorbei war und durften hier zu Zweit unsere silberne Hochzeit am 25. September feiern. Diese Zwangspause von vier Tagen auf Panarea und Lipari, bei schönstem Wetter, aber starken Winden von 25 bis 35 Kn, bot einen romantischen Rahmen für dieses Fest.
Kalabrien
Bei erster Gelegenheit haben wir am Freitag, 28. September den Schlag nach Reggio Calabria gewagt. Die Fahrt durch die Messina Strasse, an der Schnittstelle zwischen Ionischem und Tyrennischem Meer ist immer aufregend. Es handelt sich um ein Verkehrstrennungsgebiet mit vielen Frachtern und noch mehr Fähren, die Sizilien (5 Mio. Einwohner) mit dem Festland verbinden. Aufgrund der starken Strömung „kocht“ hier das Wasser förmlich. Leider haben die Schwertfischjäger diesmal gefehlt….
Der „weltberühmte“ Taxifahrer aus Reggio, welcher uns bereits in 2011 mit frischen Gipfeli und Pecorino aus dem Kofferraum bedient hat, treibt sich noch immer (80 Jahre) im Hafen rum und macht kleinere Geschäfte mit den Yachties. Das sieht dann so aus: Wenn man morgens aufsteht liegen im Cockpit frische Gipfeli. Eine Stunde später holt Saverio das Geld ab, und fährt dann die Gäste, wohin immer sie mögen. Unterwegs wird noch ein Stück Käse und Wurst aus dem Kofferraum verkauft. Alles natürlich ein bisschen teuerer als sonst, aber wenn kümmert es. Ein bisschen Entwicklungshilfe für den Süden darf ja sein. Die Norditaliener leisten diese bereits seit Jahren.
Beim Anlegen in Reggio ist mir ein Malheur passiert. Ich habe bei der Rückwärtsfahrt die Davits von meinem Nachbar gerammt und verbogen. Auf dem Boot war ein in Griechenland lebender Schweizer mit seinem aus Tunesien stammendem Freund und seiner griechischen Ehefrau, die uns trotz des Vorfalls mehfach herzlich im Hafen von Reggio willkommen geheissen haben. Ich glaube nicht, dass ich selber so gelassen reagiert hätte. Nach der Schadensmeldung an die Versicherung und einem herzlichen „Aufwiedersehen in Griechenland“ haben wir uns am Samstag, 29. Abends aus Reggio verabschiedet mit dem Ziel Crotone (113 SM). Wunderschönes Nachtsegeln bei Vollmond und Sternenhimmel.
Inzwischen hat sich schon die nächste Störung, von Sardinien her kommend, angekündigt, die für eine ganze Woche das Wetter bestimmen wird. Daher hies es bereits am nächsten Tag Le Castella zu verlassen und einen weiteren langen Schlag nach Otranto zu wagen. Das heisst zuerst 70 SM über die Bucht von Taranto und dann weitere 35 SM der Küste entlang nach Otranto. Viel Zeit um endlich unsere Fischerrute zu testen. Und siehe da, bereits nach wenigen Stunden hing da was Riesiges an der Angel. Es muss ein grosser Thunfisch gewesen sein. Wir waren machtlos, der Fisch war mit Köder und 300 m Carbonschnur nach paar Minuten weg und wir sassen sprachlos da. Einerseits hätten wir den gerne selber raus gezogen, andererseits hat uns der Gedanke an einen Fisch mit Leine und Köder im Maul betrübt. So wollten wir es nicht haben. Nichts desto trotz haben wir gegen Abend unser Glück nochmals getestet. Mit einer alten Naylonschnur und einem rostigen Köderfisch aus Kunststoff von unserem Vorbesitzer, die wir in einer Backskiste gefunden haben, ging es dann weiter. Keine Stunde später hing da ein kleiner, ca. ein Kilogramm schwerer Tuna an der Angel. Genau richtig um unsere Naylonleine und uns Fischer-Novizen nicht zu überfordern. Die Aufregung war trotzdem gross, das Cockpit verblutet und der Fisch schnell ausgenommen und im Kühlfach versorgt.
Vor Otranto, um 1.00 Uhr nachts fuhr dann ein dröhnendes Sportboot an uns vorbei, drehte dann brüsk um bis er auf unserer Höhe stand und mit zwei Scheinwerfern auf uns leuchtete und dann weiter fuhr. Wir dachten was für ein A…. ist das? Am nächsten morgen in Otranto wurde uns klar, dass es sich um die Guardia di finanza handelte, die hier mehrere Schnellboote unterhält. Aufgrund der Lage an der Grenze zu Griechenland und Albanien verständlich.
Otranto
Den kleinen Rest der ersten Nacht in Otranto haben wir vor Anker in der Hafenbucht verbracht. Als wir um 11.00 Uhr morgens den letzten Platz in der kleinen Hafenanlage ergatert haben, war auch der angekündigte Regen da. Zwei schöne Tage in dieser hübschen Stadt haben uns gut getan. Gut essen und trinken kann man in Italien wirklich überall.













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